AHV/ALV/IV/EO PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Freitag, den 30. Oktober 2009 um 13:10 Uhr

1. AHV (Alters- und Hinterlassenenrente / 1. Säule)

Die AHV bildet zusammen mit dem BVG (Pensionskasse/2. Säule) die Altersvorsorge (gesetzliches Minimum für unselbständig Erwerbende). Dazu kommen eventuell noch Auszahlungen aus Freizügikeitspolicen, Versicherungspolicen und der 3. Säule.


Erwerbstätige ab 18. Altersjahr sind Beitragspflichtig. Selbständige (Einzelfirma) bezahlen
einen vom Einkommen abhängigen Satz, jedoch mindestens CHF 504.--. Angestellte, z.B.: AG, GmbH, bezahlen 5,125 % der AHV-pflichtigen Lohnsumme für die AHV/IV/EO.

Noch nicht bezahlte AHV-Beiträge können innerhalb von fünf Jahren nachbezahlt werden! Wenn Sie nicht in der Lage sind die Nachzahlung sofort zu leisten, können Sie mit der AHV-Ausgleichskasse Ratenzahlungen vereinbaren.

Nichterwerbstätige, z.B. Studenten, unterstehen ab Alter 21 der AHV-Beitragspflicht.
Beiträge nach Vermögen und Renteneinkommen, mindestens CHF 504.-- / Jahr.
Empfänger von Sozialhilfeleistungen wird auf Verlangen der Mindestbetrag von CHF 504.-- durch den Kanton bzw. der Wohnortsgemeinde gutgeschrieben (Artikel 11 Absatz 2 Bundesgesetz über die AHV). In diesem Fall melden Sie sich bei der AHV-Ausgleichskasse. In beiden Fällen beträgt die Gutschrift auf dem individuellen AHV-Konto CHF 4.703.--. Die Gutschriften und der Mindestbetrag werden sporadisch neu festgelegt!

Bezieht ein Renter eine AHV-Rente und der andere Ehepartner nicht und ist nicht erwerbstätig, dann müssen für den Nichtrentner AHV-Beiträge bezahlt werden.

Naturalbezüge, wie kostenlose Verpflegung und kostenloses wohnen, sind auch
Beitragspflichtig (Bewertung durch die AHV-Ausgleichskasse).

Uebersteigt der Jahreslohn pro Arbeitgeber den Betrag von CHF 2.300.-- nicht, werden
die Beiträge nur auf Verlangen des Arbeitnehmers erhoben.

Arbeitstätige Altersrentner sind ebenfalls der AHV/IV/EO-Beitragspflicht unterstellt, haben aber
einen AHV-Freibertrag von CHF 1.400.-- pro Monat und Arbeitsverhältnis (16.800.--/pa./Arbeitsverhältnis).

Das durchschnittliche Jahreseinkommen bis CHF 83.520.-- ist nebst den Beitragsjahren
und den Betreuungs- und Erziehungsgutschriften, massgeblich für die Rentenhöhe.
Übrigens, den persönlichen Kontostand kann man jederzeit kostenlos erfahren, kann auch
dazu dienen, die Beitragszahlungen der Arbeitgeber zu kontrollieren.

Bei lückenloser Beitragsdauer:
Altersrenten:      (Frauen ab 64, Männer ab 65 Jahren)
Alleinstehende:    mind. CHF 14.140  max. CHF 28.200 / Jahr
Ehepaare:            max. CHF 42.3000 / Jahr (Splitting zusammen max. 150 %).

Die Rente sollte min. 3 Monate vor der Bezugsberechtigung bei der AHV-Ausgleichskasse angemeldet werden, damit die Auszahlung rechtszeitig erfolgen kann.

Schweizerinnen und Schweizer die im Ausland den Wohnsitz haben, müssen die AHV-Rente bei der Schweizerischen Ausgleichskasse SAK, Av. Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, CH-1211 Genf 2, bestellen. Auslandschweizer haben kein Anspruch auf Ergänzungsleistungen!

Zusätzlich können, wenn die Rente die Kosten für Mietzins, Krankenkasse und Lebensunterhalt nicht deckt, analog zur IV-Rente auch Zusatzleistungen (Ergänzungsleistungen EL) beantragt werden. Die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV helfen dort, wo die Renten und das Einkommen nicht die minimalen Lebenskosten decken. Diese Ergänzungsleistungen werden durch die Kantone ausgerichtet. Anspruch haben Personen, die in der Schweiz Wohnsitz und tatsächlichen Aufenthalt haben. Nebst den Ergänzungsleistungen hat man auch Anspruch auf durch die Versicherungen ungedeckten Krankheits- und Ufallkosten. Bezüger von Ergänzungsleistungen sind von der Gebührenpflicht für Radio und TV befreit. Der Billag AG ist die EL-Verfügung einzureichen: Billag AG, Postfach, 1701 Freiburg.

Ergänzungsleistungen: Alleinstehende max.  CHF 19.210, Ehepaare max. CHF 28.815 pro Jahr.

 

Ehescheidung
Bei einer Scheidung werden die während der Ehe einbezahlten AHV-Beiträge von Ehemann und Ehefrau hälftig auf beide AHV-Konten aufgeteilt (AHV-Splitting). Erziehungsgutschriften werden für die Dauer der Ehe hälftig gutgeschrieben. Die Erziehungsgutschrift erfolgt für Kinder bis zum Alter von 16 Jahren. Nach der Ehe erhält derjenige die Erziehungsgutschrift bei dem die Kinder sind. Empfehlenswert ist es, sich mit dem Scheidungsurteil sofort bei der AHV-Ausgleichskasse zu melden und nicht erst mit dem erreichen des Rentenalters oder bei Wiederverheiratung! Die Erziehungs- und Betreuungsgutschriften werden erst bei der Rentenberechnung festgesetzt und auf dem Konto verbucht!

AHV-Rentenkürzungen infolge Frühpensionierung
Die AHV kann ein oder zwei Jahre vor dem ordentlichen Pensionsalter bezogen werden.
Die damit verbundene, lebenslange Rentenkürzung beträgt 6,8 % pro vorbezogenem Jahr.
Sonderregelung für Frauen der Jahrgänge 1945 bis 1947: Kürzungssatz von 3,4 %.
Personen die die AHV vorzeitig beziehen, bleiben bis zum ordentlichen Rentenalter beitrags-
pflichtig. Die Beiträge richten sich nach dem Renteneinkommen und dem Vermögen.

Sozialhilfeempfänger werden 2 Jahre vor dem ordentlichen Pensionierungsalter durch das Sozialamt gezwungen, die AHV-Rente frühzeitig zu beziehen. Das bedeutet ein Rentenverlust von 13,6 %! Bei Bedarf können allerdings Ergänzungsleistungen bezogen werden.

Rentenkürzungen infolge fehlender Beitragsjahre:  2,3 % pro fehlendes Beitragsjahr!

Haben Sie das jährliche AHV-Minimaleinkommen nicht erreicht, erfolgt eine Rentenkürzung. Sie können den fehlenden Betrag jedoch innerhalb von 5 Jahren nachzahlen. Das Minimaleinkommen für das 2010 beträgt CHF 4.554.-- und für 2011 CHF 4.703.--. Für Selbständigerwerbende 2010 CHF 8.991.-- und für 2011 CHF 9.094.--.

Wegzug ins Ausland und längerer Auslandaufenthalt: Je nach Land gibt es unterschiedliche Regelungen (zwischenstaatliche Abkommen) betreffend freiwilliger Zahlungen in die AHV. Im Zusammenhang mit der AHV-Bezugsberechtigung und Rentenkürzungen infolge fehlender Beitragsjahre, sollte man sich vor der Abreise eingehend informieren. Ebenso sollte man sich bei der Schweizer Botschaft im Ausland betreffend freiwilliger Einzahlung (Beitragsjahre) melden. Bei Wegzug ins Ausland ist für die Abrechnung und administrative Betreuung die Zentrale Ausgleichsstelle ZAS, Schweizerische Ausgleichskasse SAK, Av. Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, CH-1211 Genf 2, zuständig.

Hinterlassenenrenten (Waisenrenten, Witwenrenten und Witwerrenten der AHV) Wie bei den Altersrenten gilt auch für die Hinterlassenenrenten: Die Höhe der Rente wird durch die Betragsdauer und durch die Höhe des durchschnittlichen Einkommens bestimmt. Massgebend sind jedoch nur die versicherten Einkommen der verstorbenen Person. Hat diese bei ihrem Tode das 45. Altersjahr noch nicht vollendet, wird ein so genannter Karrierezuschlag gewährt. Das heisst: Für die Berechnung der Hinterlassenenrente wird ihzr durchschnittliches Einkommen prozentual erhöht. Haben Versicherte gleichzeitig Anspruch auf eine Alters- und auf eine Hinterlassenenrente, wird nur die höhere der beiden Renten ausgerichtet. Verglichen wird die um den Verwitwetenzuschlag erhöhte Altersrente mit der Hinterlassenenrente.

 

2. IV (Invalidenrente)

Die Rentenleistung ist analog der AHV-Rente vom bisherigen durchschnittlichen Einkommen abhängig.
Die Rentenhöhe wird jedoch auch vom Invaliditätsgrad bestimmt. Bei einer 100 % IV-Rente entspricht die Rente der einfachen AHV-Rente. Bei Teilinvalidität dem prozentualen Anteil.

 

3. ALV (Arbeitslosenversicherung)

Basis für die Prämienberechnung ist die AHV-pflichtige Lohnsumme.
Der Beitragssatz von 1,1 % gilt für ein Jahreseinkommen bis CHF 148.200.-- Für Lohnanteil zwischen 148.201.-- und 315.000.-- = 0,5 %. Dies ist lediglich ein Solidaritätsbeitrag, d.h. das maximal versicherbare Einkommen bleibt bei CHF 126.000.--!

Selbständigerwerbende können sich nicht versichern, somit auch keine Beitragspflicht.

Bei Arbeitslosigkeit beträgt das Taggeld 70 % resp. 80 % des versicherten Verdienstes (von max. CHF 148.200.- pa. resp. 12.350.-/Mt.), d.h. max. CHF 8.645.-- resp. CHF 9.880.--/Monat.
Der Taggeldanspruch beträgt für vorher Erwerbstätige 400 Taggelder oder 520 Taggelder, wenn min. 18 Beitragsmonate und 55-jährig. Beitragsbefreite 260 Taggelder innerhalb der zweijahrigen Rahmenfrist.

 

4. EO (Erwerbsersatzordnung)

Die Mutterschaftsentschädigung/MSE beträgt 80 % vom versicherten Einkommen für die Dauer
von 14 Wochen, aber maximal CHF 196.-- / Tag. Selbständigerwerbende haben ebenfalls
Anspruch (Alle in der Schweiz erwerbstätigen Frauen).
Die Prämie ist in der AHV/IV/EO-Prämie enthalten (0,5 %). Die EO-Prämie beträgt bis 31.12.15 0,5 %. Ab 01.01.16 beträgt sie 0,45 %.


Entschädigungen für Militärdienstleistungen gemäss Tabellen der Ausgleichskassen oder
Information durch die Truppen-Rechnungsführer (Fourier und Quartiermeister).

Total der Beiträge an die AHV, IV, EO und ALV

AHV         8,4    %
IV            1,4    %
EO           0,45  %  =    10,25 %  /  5,125 %

ALV-Min.  2,2  %    =    12,45 % /   6,225 %
Der Arbeitgeber muss zusätzlich noch einen Verwaltungskostenbeitrag von mindestens 0,5 %,
also Total  6,75 % bezahlen, d.h. die Gesamtüberweisung an die AHV-Ausgleichskasse
beträgt  min. 13 %. Prämienpflichtig sind alle Lohnbestandteile mit Ausnahme der Kinderzulagen und Spesen.

Dazu kommen noch die Beiträge an die FAK (Familienausgleichskasse) für die Familienzulagen von 1,2 % (Kt. ZH).


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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 08. Februar 2018 um 10:26 Uhr
 
 
 
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